Sonntag, 13. September 2015

Schule in den USA, 11. September, International Officers Fall Food Fest, erstes Cross Country Meet

Hallo,
heute möchte ich euch zuerst erzählen, wie die Schule hier so ist, da ich denke, dass das eventuell für manche interessant ist:

- Die Schule startet um 7.55 Uhr und endet für alle Schüler um 14.55 Uhr, sodass man dann ab 15 Uhr einem der zahlreichen Sport- und Clubangeboten beitreten kann.

- Montag, Dienstag und Freitag habe ich alle sieben Fächer (Stagecraft, English, Spanish, Chemistry, US History, Algebra 2 und Choir) für jeweils 49 Minuten und Mittwoch und Donnerstag ist Block Schedule, bei dem diese sieben Fächer auf zwei Tage aufgeteilt sind und jeweils 85 Minuten dauern und dazwischen noch Seminarzeit (Zeit, wo man Hausaufgaben machen, lernen kann, ...) ist.

- Zwischen den Stunden ist immer fünf Minuten Pause, in der man zum Schließfach und zum nächsten Zimmer laufen muss. Dadurch, dass ich es aber nie schaffe, nach jeder Stunde zum Schließfach zu gehen (weil meine Klassen teilweise am anderen Ende der Schule sind) gehe ich "nur" vor der ersten Stunde, nach der vierten Stunde (kurz vor Lunch) und nach der Schule zum Schließfach und nehme immer jeweils die Bücher und Hefter für die kommenden Stunden mit.

- Jeden Tag am Anfang der 2. Stunde werden über Lautsprecher die Ankündigungen des Tages verkündet und es wird die Plegde of Allegiance (Treueschwur an die USA) gesprochen, bei der alle aufstehen und die Amerikaner die Hand aufs Herz legen und mitsprechen.

- Das Schulessen hier in meiner Schule ist nicht besonders lecker, sodass sehr viele (einschließlich mir) einfach Essen von Zuhause mitbringen und das dann während Lunch in der Cafeteria essen.

- Es gibt drei Lunchzeiten, die entweder vor, zwischen oder nach der fünften Unterrichtsstunde stattfinden. Ich habe mittwochs "third lunch" zusammen mit meinen zwei Freundinnen von Cross Country und sonst immer "first lunch" zusammen mit einem der beiden Mädchen.

- Ich habe jeden Tag sehr viele Hausaufgaben auf und muss für irgendwelche Tests lernen, was teilweise echt nervig ist, da ALLE Hausaufgaben eingesammelt und bewertet werden.

- Sehr viele Leute kommen in den Schul T-Shirts und Pullovern zur Schule.

- Die Schulbücher haben hier alle ca. 1000 Seiten (ohne Witz!!) und sind richtig schwer und dick, sodass man ohne Schließfach total aufgeschmissen wäre.

- Viele Lehrer erstellen ihre "Tafelbilder" mit PowerPoint und halten dann die Präsentation, während man selbst dabei versucht, etwas Nützliches mitzuschreiben.

- Alle Lehrer wollen, dass du immer (auch in Tests) mit Bleistift schreibst. Füller oder so etwas kennen die hier gar nicht und selbst mit Kugelschreiber schreibt hier niemand, sondern alles nur mit Bleistift.

- Jeder Schüler hat eine eigene Schul-E-Mail Adresse und einen eigenen Google Account, da wir ziemlich oft Chromebooks im Unterricht (vor allem in Chemie und US  History) verwenden. Außerdem hat jeder Schüler einen Power School Account, auf dem man (und die Eltern) sich seine derzeitigen Zensuren und seinen Notendurchschnitt/ seine Prozentzahl in den einzelnen Fächern ansehen kann. Bei mir sieht es derzeit notentechnisch ziemlich gut aus:


- Obwohl viele deutsche Austauschschüler meinen, dass die Schule in den USA total einfach ist, kann ich das in meiner Schule nicht wirklich bestätigen. Vor allem in Chemie und Stagecraft muss ich echt viele englische Fachbegriffe auswendig lernen und in Mathe haben die hier irgendwie total andere Rechenwege als wir in Deutschland, womit ich auch erst einmal klarkommen musste. Außerdem bekommt man wie schon mehrmals erwähnt richtig viele Hausaugaben auf und schreibt ständig Quizzes/ Tests, wodurch ich unter der Woche kaum eine freie Minute nach dem Cross Country Training habe. Das Einzige, das wirklich richtig einfach ist, ist Englisch, weil ich den Kurs "English as a second language" habe und wir da momentan Grammatiksachen machen, die ich in der fünften Klasse gelernt habe.

- An meiner Schule gibt es zwar nicht viele Austauschschüler, aber dafür viele internationale Schüler (unter anderem auch vier Deutsche), deren Eltern im Militär sind und die hier auf der Militärbasis Fort Leavenworth stationiert sind.

- In der Schule sind jeden Tag ein bis zwei Police officers, die die Eingänge bewachen. Außerdem darf man während der Stunde den Unterrichtsraum nicht ohne Hallpass ( = ein Zettel, den der Lehrer ausfüllen muss) verlassen.

- Einem Sportteam oder Club beizutreten ist eine der besten Möglichkeiten, um viele amerikanische Schüler kennenzulernen und neue Freunde zu finden. So habe ich durch Cross Country zwei Mädchen (namens Angel und Kalliauna) kennengelernt, die ich nun nach vier Wochen durchaus als Freunde bezeichnen würde.


Als Nächstes möchte ich euch von letztem Freitag berichten, welcher der 11. September war und an dem wie ihr bestimmt wisst vor 14 Jahren die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon verübt wurden. Wir hatten in der Schule während der vierten Stunde eine Durchsage, in der nochmal die Ereignisse erzählt wurden und anschließend wurde eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge gehalten. Sonst wurde allerdings nicht groß darauf eingegangen, abgesehen davon, dass wohl die Flughäfen in New York und so stärker bewacht wurden.

Letzten Freitag war außerdem das "International Officers Food Fest" auf der Militärbasis Fort Leavenworth. Meine Gastfamilie und ich waren dort, da meine Gasteltern jedes Jahr einen International Officer und seine Familie unterstützt (dieses Jahr einen aus Kanada). Das "Food Fest" war ein Abendessen, zu dem jeder ein landestypisches Gericht mitbringen sollte, sodass man Essen aus allen möglichen Ländern probieren konnte, was wirklich super war. Außerdem waren auch zwei deutsche Familien dort, mit denen ich mich unterhalten habe.
Hier noch ein paar Bilder:




   




Am Samstag (gestern) war dann mein erstes Cross Country Meet, was bedeutete, dass ich 5 Uhr morgens aufstehen musste, weil ich 5.45 Uhr an der Schule sein musste, da der Schulbus um 6 Uhr abfuhr. Ungefähr eine Stunde später sind wir dann in Topeka, wo das Rennen stattfand, angekommen und haben unser Zelt aufgebaut und sind danach die 5 km, die wir rennen mussten, abgelaufen. Dadurch, dass es die Nacht davor geregnet und gewittert hatte, war das komplette Gras nass und überall befanden sich Pfützen, sodass meine Schuhe schon durchnässt waren, bevor das Rennen überhaupt startete. Um 9 Uhr mussten dann die Varsity Mädchen und anschließend die Varsity Jungs (= die besten Renner aus dem jeweiligen Team) starten und um 10 Uhr war dann mein Rennen (Junior Varsitiy Mädchen) an der Reihe. Das Rennen war eigentlich ganz gut, weil es nicht so heiß war (nur ca. 25 Grad) und der Parcours zwar komplett durchs Gras ging, aber ziemlich flach und kaum hügelig war. Das Einzige, was ziemlich blöd war, war das nasse Gras und die Pfützen, durch die wir rennen mussten, sodass wir dann danach auch dementsprechend voller Schlamm waren. Ich bin als Vierte von sechs JV Mädchen aus meinem Team ins Ziel gekommen und war von allen 100 JV Mädchen ungefähr in der Mitte, worüber ich (und mein Coach) eigentlich ganz zufrieden war. Unser Team hat insgesamt ziemlich gut abgeschnitten und einige konnten Medaillen mit nach Hause bringen.







Heute waren wir (nachdem wir erstmal schön ausgeschlafen haben und ich wie immer Hausaufgaben machen musste) auf einem Sonnenblumenfeld, auf dem man wirklich tolle Bilder machen konnte. Allerspätestens jetzt wundere ich mich nicht mehr, warum Kansas "The Sunflower State" genannt wird.





Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.

Viele Grüße,
Jessica

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