nun ist schon wieder Sonntag und meine erste Schulwoche ist vorbei. Davon möchte ich euch jetzt berichten.
Nachdem ich letzten Montag meine Kurse gewählt habe, hatte ich dann am Dienstag meinen ersten Schultag, welcher eigentlich ganz gut lief.
Meine Gastmutter hat mich ca. 7.40 Uhr mit dem Auto zur Schule gebracht (es sind nur 5 Minuten Fahrzeit). Von 7.55 Uhr bis 14.55 Uhr hatte ich dann Unterricht. Wir haben eigentlich nicht viel gemacht, da jeder Lehrer nur einen "Syllabus" ausgeteilt hat und anschließend darüber gesprochen hat. Für alle, die sich jetzt fragen, was ein Syllabus ist: Das ist ein Zettel, auf dem die Regeln, Bewertung in dem Unterrichtsfach, ... draufstehen und den man von den Eltern unterschreiben lassen muss. Wenn man ihn bis zum kommenden Freitag unterschrieben zu den Lehrern zurückgebracht hat, bekommt man bei den meisten Lehrern als erste Zensur ein A.
Obwohl die Schule echt riesig ist, habe ich es sogar geschafft, in den 5-Minuten-Pausen von einem Raum zum Nächsten zu hetzen. Ich schaffe es nur noch nicht, zwischendurch zu meinem Schließfach zu rennen, doch das wird hoffentlich noch. Beim Lunch stand ich dann etwas dumm in der Cafeteria herum, weil ich ja niemanden kannte, doch ein Mädchen hat mir recht schnell angedeutet, mich zu ihr und ihren Freunden zu setzen und da sitze ich auch immer noch jeden Mittag. (Achja, nur so nebenbei: Das Schulessen ist nicht sehr lecker, sodass ich mir wie viele andere Schüler etwas von Zuhause mitnehme.)
Nach der Schule mache ich nun jeden Tag von 15 bis 17 Uhr Cross Country. Das ist so etwas wie Ausdauerlauf und ist richtig anstrengend, weil man jeden Tag 8 km bei 30 Grad in der prallen Sonne rennen muss. Die Anderen im Team sind richtig gut, weil die das schon seit Jahren machen und die zudem in den Sommerferien in einem Trainingslager waren. Ich bin also eine der Schlechtesten, doch trotzdem ist Cross Country ganz gut, weil man dadurch echt richtig viele nette amerikanische Schüler kennenlernt (und man ganz bestimmt nicht an Gewicht zunehmen wird). Also ich würde es echt jedem empfehlen, einem Sportteam in der High School beizutreten. Nach dem Training wurde ich dann von meiner Gastoma abgeholt und war wirklich komplett fertig vom anstrengenden Training.
In den darauffolgenden Schultagen haben wir dann in einigen Fächern schon Hausaufgaben bekommen und Pre-Tests geschrieben (= Tests, bei denen deine Vorkenntnisse in dem jeweiligen Fach abgefragt werden). In US History wusste ich echt keine einzige Antwort des Multiple Choice Tests und habe wirklich ALLE Antworten geraten. Ich bin ja mal gespannt, was dabei herausgekommen ist... Der Lehrer weiß glaube ich noch gar nicht, dass ich eine Austauschschülerin bin und nicht aus den USA komme, doch das wird ihm spätestens beim Korrigieren meines Tests auffallen...
Letzten Freitag habe ich dann beschlossen, nach der Schule ins Sekretariat zu gehen, um meinen Fitnesskurs in Stagecraft (ist so ein Fach, wo man Bühnenbilder bastelt/bemalt und lernt, wie die Beleuchtung der Bühne und Make Up funktioniert, ...) und meinen Biologiekurs in Chemie umzuändern. Ich wollte diese Fächer wechseln, weil mir schon das tägliche Cross Country Training
als Sport reicht und ich nicht noch zusätzlich Fitness machen wollte und den Biokurs habe ich gewechselt, weil der wirklich sehr leicht war und außerdem der Lehrer und mein Banknachbar ziemlich komisch waren.
Meine Kurse sind also jetzt folgende:
1. Stagecraft
2. English
3. Spanish 5
4. Chemistry
5. US History
6. Algebra 2
7. Choir
Hier sind außerdem noch ein paar Bilder von meiner Schule:
Übrigens sind sehr viele Schüler hier aus Militärfamilien, weil die Schule in der Nähe der Militärbasis Fort Leavenworth liegt, wodurch hier auch sehr viele Leute (Schüler, Erwachsene,...) "sir/ ma'am" zu Lehrern, Eltern, anderen Erwachsenen / Jugendlichen (wie zu mir) sagen, woran ich mich auch erstmal gewöhnen musste. Wegen des Militärstützpunktes gibt es relativ viele internationale Schüler (auch ein paar Deutsche) und es haben auch schon viele der amerikanischen Schüler eine Zeit lang in Deutschland oder woanders gelebt, weil der Vater dort stationiert war. Dadurch ist man als ausländischer Schüler nicht wirklich etwas Besonderes, aber es sind trotzdem alle nett und viele finden es interessant, dass man aus Deutschland kommt und stellen manchmal auch ein paar Fragen.
Gestern (Samstag) sind wir dann schon ca. 7.30 Uhr zu einer Air Show nach Kansas City, Missouri gefahren. Das war ziemlich cool und man konnte einige schöne Fotos von den Militärflugzeugen schießen. Hier ein paar Beispiele:
Heute haben wir uns dann einfach etwas ausgeruht und ferngesehen (NavyCIS, ...) und jetzt muss ich irgendwann noch meine Hausaufgaben für morgen machen.
Ich wünsche allen sächsischen Schülern (und allen anderen, die morgen wieder in die Schule müssen) einen guten ersten Schultag.
Bis bald,
Jessica




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